• Christoph

Der Halloween-Blog: Traunstein zum Gruseln

Aktualisiert: 31. Okt 2019

Verehrte Freunde,

Anlässlich Halloween, stelle ich ein Gruselkabinett der Entscheidungen in der Stadt Traunstein der letzten Jahre zusammen.

Die Reihenfolge der Kapitel ist willkürlich. Kürt euren Favoriten mit dem größten Gänsehautpotential in den Kommentaren. Natürlich darf auf diesem Weg die Liste auch erweitert werden.


Klosterkirche: „Kloster des Grauens“

Es darf nicht unerwähnt bleiben, dass das was in der Klosterkirche nach ihrer Fertigstellung angeboten wird, wirklich sehenswert ist und Traunstein definitiv bereichert.

In höchstem Maße fragwürdig und schaurig ist jedoch der Weg auf dem man zu diesem Ergebnis gekommen ist. Kosten, die aufgrund von Dilletantismus und Rückgratlosigkeit der Beteiligten um Faktoren gestiegen sind, Schulkinder, die über Monate hinweg in Bauzäune gepfercht ihre Pausen fristen mussten und wahnwitzige Ideen wie Kopfsteinpflaster als Straßenbelag mussten wir uns gefallen lassen.


Rinderzuchthalle: „Unendliche Traurigkeit“

Wer erinnert sich noch an das Kuhlevel bei Diablo? Wie kann man sich nur erdreisten, bestes Bauland an eine Nullprofitnummer wie den Rinderzuchtverband quasi zu verschenken, wenn man auf der anderen Seite in einem Ansiedlungsmodell 500€ pro Quadratmeter von seinen Bürgern verlangt? Noch dazu, wo der Pachtvertrag mit dem Rinderzuchtverband noch vor einem Jahr langfristig verlängert wurde. Schaurig und sehr, sehr traurig.


Bahnhofsunterführung: „Der Schrecken in der Tiefe“

Man könnte meinen, dass das eine ganz normale öffentliche Baumaßnahme war, bei der eben auch einfach - wie immer - die Kosten gestiegen sind. Ich führe sie hier auf, weil sie ganz klar ein Vorzeichen für die offensichtliche Unfähigkeit Traunsteins ist solche Projekte zu stemmen. Nach diesem Erlebnis hätte man darauf kommen können, dass die Klosterkirche ein finanzielles Desaster wird.


AKG-Sporthalle: „Giftküche der Ahnen“

Nur soviel: Dass das ehemalige Gelände eines Entsorgungsbetriebs mit Giften verseucht ist, kann natürlich nicht vorhergesehen werden. Ironie aus. Ein weiteres Mal bauen, ein weiteres Mal in Traunstein und zwangsläufig ein weiteres Desaster. Kein Zufall oder böse Absicht, einfach nur Unfähigkeit auf ganzer Linie.


Salinenpark: „Die schaurige Oase“

Wer kein Geld hat und dringend Wohnraum schaffen muss, der - ganz richtig - baut einfach mal einen riesigen Garten. Natürlich baut er den Garten auf Wohnbauland an einer Hauptzufahrtsstraße. Er baut ohne Bäume, weil wer braucht schon Schatten. Er plant ohne Kinderspielplatz, weil was haben Kinder in einem Park verloren? Dafür wird ohne sichtbaren Nutzen ein Wasserrad reingepflanzt. Vielleicht um den kalten Schauer darzustellen, der jedem normal Denkenden bei dieser Idee über den Rücken läuft. Was bitte soll das? Für wen? Warum? Absolute Verschwendung!


Baugebiet Haslach: „Hinterhältiger Schlag gegen die Wehrlosen“

Das Zeitfenster, in dem es sich junge Familien erlauben können über den Erwerb von Wohneigentum nachzudenken, ist heutzutage maximal 8 Jahre und liegt zwischen Ende 20 und Mitte 30. Vorher muss man sich um Ausbildung und die Gründung der Familie kümmern, danach reicht die Zeit nicht mehr, um Haus oder Wohnung bis zum Ruhestand abzubezahlen.

Wie zielführend ist es dann also, wenn man den Interessenten als Stadt jahrelang mit der Karotte Ansiedlungsmodell vor der Nase wedelt, um dann kurzerhand die Keule rauszuholen und 500€ pro Quadratmeter aufzurufen? Genau. Solches Verhalten ist gelinde gesagt eine Frechheit. Passt aber nahtlos in die Reihe der Bauirrtümer, die oben schon eröffnet wurde.


Baugebiet Daxerau: „Die Sümpfe der Ewigkeit“

Nanu? Schon wieder bauen? Ein Schelm...

Seit Jahren Stillstand, Gutachten und Geldverschwendung und - als neue Qualität - jetzt sogar kommödienstadelreife Auftritte von Beteiligten in Radio und sogar Fernsehen. Bravo! Nur hilft das leider niemandem.


Parkhaus Scheibenstraße: „Faulige Ruine“

Dass Bauwerke nicht ewig halten wissen wir alle. Dass Bauwerke, wenn sie verfallen nicht mehr genutzt werden können, wissen wir auch alle. Und als aufmerksamer Leser wissen wir mittlerweile auch, dass Bauen und Traunstein eine äußert kostspielige und nervenaufreibende Mischung sind. Seit Jahren ist bekannt, dass das Parkhaus in der Scheibenstraße baufällig ist und eine Lösung her muss. Jahrelang ist nichts passiert, jetzt ist das Parkaus zu und es passiert weiterhin nichts. Well done!


Jugendzentrum: „Verdammt in Ungnade“

Wir haben mittlerweile gelernt, dass Traunstein zu seinen jungen Einwohnern - und dazu zähle ich auch junge Familienmütter und -väter ein sagen wir mal spezielles, wenn nicht gar gestörtes Verhältnis hat. In diesem Fall wird die Jugend nicht einfach nur ignoriert - man veranschauliche sich an dieser Stelle die Bedeutungslosigkeit des Jugendbeirates - sie wird aktiv bekämpft. Mit allen Mitteln wurde verhindert, dass ein neues Jugendzentrum gebaut wird. Mich schaudert.


Kindergartengebühren: „Unbädiger Wucherer“

Ja, Traunstein kann nicht nur gegen Familien und Jugend, Traunstein kann auch ganz vorzüglich gegen Kinder. Gottseidank hatte die Staatsregierung ein Einsehen und hat die Kindergartengebühren auf Null gesenkt. Davor war es in Traunstein förmlich Luxus, Kinder in den städtischen Kindergarten zu schicken. Die mit Abstand teuersten Kindergärten des Landkreises hatte Traunstein. Zumindest eine Statistik, in der Traunstein ganz oben auftaucht. Gänsehaut!


Wohnbaugesellschaft: „Angst ohne Grund“

Das mit dem Bauen werden wir wohl nicht los... Traunstein hat ein Wohnraumproblem. Das haben viele andere Gemeinden in Deutschland auch. Das Kernproblem ist der Mangel an bezahlbarem Wohnraum für Familien. Also Häuser und Wohnungen mit 4 Zimmern oder mehr. Wie wird das Problem in Traunstein angegangen? Man lässt private Wohnbaufirmen bauen. Was bauen die? Ertagsmaximierte 2-3 Zimmer Wohnungen als Kapitalanlage und Wochenendrefugium für Besserverdienende. Ist das zielführend?

Was wirklich helfen würde, ist eine eigene Wohnbaugesellschaft der Stadt, die auf städtischem Land Wohnungen für Familien baut. Aber das Thema wurde in den vergangenen Jahren im Stadtrat aus Missgunst immer wieder abgelehnt und in einer kürzlichen Stadtratssitzung, anders als beispielsweise die Rinderzuchthalle, aus untauglichen Gründen großzügig vertagt. Ein weiterer perfider Schlag gegen Familien.


Für keines dieser Desaster wurde je irgendjemand ernsthaft zur Verantwortung gezogen.

Solange sich daran nichts ändert, wird Traunstein ein Horrorfilm für Familien, Kinder und Jugendliche bleiben.


Es wäre ohne viel Aufwand möglich, auch eine "Liste der Phantomschmerzen" anzulegen, in der all die Themen aufgeführt werden, die in Traunstein nicht oder in viel zu geringem Maß diskutiert werden. Zukunftsweisende Themen, Umwelt- und Klimaschutz, Modernisierung, Bürgernähe, Digitalisierung ...


Wir kandidieren bei der Stadtratswahl am 15. März 2020. Unsere Aufstellungsversammlung zu dieser Wahl findet am 15.11.2019 ab 19:30 im Gasthaus Zum Aubräu statt.


Wer den Blog kopfnickend gelesen hat, oder sich aus anderem Grund berufen fühlt, sei herzlich auf unsere Liste eingeladen . Meldet euch per Instagram, Twitter, Facebook, Email, Telefon oder persönlich bei uns. Wir freuen uns auf euch und eure Ideen.


Happy Halloween!

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